| August
2004 30.08.2004
- Botox zur Migränebehandlung? Die
Deutsche Migräneliga berichtet, dass mehrere Millionen Deutsche unter Migräne
leiden. Mehr als 30% sprechen leider auf die übliche medikamentöse Therapie nicht
an. Eine Zufallsbeobachtung bei der Behandlung von Falten mittels Botulinumtoxin
A (Botox) lässt Migränepatienten neue Hoffnung schöpfen. Botulinumtoxin
A (Botox) wurde viele Jahre vordergründig bei der Behandlung von Muskelspastiken
(Muskelverkrampfungen) verwendet. Diese kontrollierte und zeitlich begrenzte "Lähmungserscheinung"
macht man sich seit geraumer Zeit im Bereich der Ästhetischen Chirurgie bei der
Behandlung von Stirn- und Zornesfalten, sowie Augenfalten zu Nutze. Durch die
immense Nachfrage konnte bei dieser Therapieform eine Zufallsbeobachtung gemacht
werden. Viele Patienten die an Migräne litten, berichteten über längere anfallsfreie
Intervalle, bis hin zur vollkommenen Beschwerdefreiheit. Als
Erklärung vermutet man, dass Botulinumtoxin A (Botox) durch die punktuelle und
zeitlich begrenzte Lähmung von Muskeln im Stirn- und Schläfenbereich die Stimulierung
bestimmter Triggerpunkte verhindert. Wenn diese hyperaktiven Muskeln nicht mehr
auf die sensiblen Nervenäste drücken, kommt es zu längeren anfallsfreien Intervallen,
gelegentlich auch zur vollständigen Beschwerdefreiheit. Eine
Arbeitsgruppe der Case Western Reserve University in Cleveland/Ohio, USA, hat
im Rahmen einer Untersuchung festgestellt, dass über 80% der Versuchspersonen
ganz, oder zum Teil von den Anfällen befreit wurden. Patienten bei denen die Therapie
anspricht, können mit 4 bis 6 Monaten Wirkungsdauer rechnen. Vor einer solchen
Behandlung ist jedoch auf alle Fälle zwingend notwendig, andere neurologische
Ursachen auszuschließen. >>
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